Die Beziehung zwischen Erziehern und dem Kind

Die Basis unserer Beziehung zum Kind ist eine achtsame, offene und liebevolle Haltung dem Kind gegenüber. Die Erzieherinnen begleiten das Kind in seiner Entwicklung, sodass es seine Individualität entfalten kann.

Eine weitere erwachsene Bezugsperson, welche die individuelle Entwicklung des Kindes beobachtet und fördert, ist die Eurythmistin.

Das Kind

Das Kind steht im Zentrum unserer Arbeit und so geschieht unsere Arbeit zum Wohle des Kindes. Wir achten die Würde und das sich fortwährend entwickelnde Wesen des Kindes.

Dabei dient uns das anthroposophische Menschenbild Rudolf Steiners als Grundlage.

Die Pädagogik Rudolf Steiners

Bei der Gründung der ersten Waldorfschule war das Bedürfnis von Emil Molt, eine Schule für die Kinder seiner Arbeiter ins Leben zu rufen, die im Geiste der Anthroposophie Rudolf Steiners ihre Ausrichtung bekommen sollte.

Aus der anthroposophischen Menschenkenntnis heraus wurde so die erste Waldorfschule gegründet. Die aus Anthroposophie gewonnene Erkenntnis über die Entwicklung des ersten Kindes gestaltete nach und nach den sogenannten Waldorf‑Lehrplan.

Vieles, was Rudolf Steiner damals auf den Weg brachte, ist heute noch wegweisend: Das Anliegen, dass alle Kinder ohne Sonderung in einer Klasse unterrichtet werden, ein Impuls, der das soziale Miteinander stärkt. Dies wird heute von anderen Pädagogen unterstützt, da die Kinder dadurch lernen, ein gegenseitiges Verständnis für Stärken und Schwächen der anderen aufzubringen, eine heute immer dringendere Aufgabe. So haben darüber hinaus noch viele andere Impulse von damals Einlass in die moderne Pädagogik gefunden, die heute allgemein anerkannt sind.

Wichtig ist nach wie vor die Vorgehensweise Rudolf Steiners: Beispielsweise wenn er nach geraumer Zeit in die Schule kam und manches, was zuvor als richtig erachtet wurde, änderte, da er aus der Beobachtung der Kinder und im Austausch mit den Lehreren zu anderen Erkenntnissen für die Unterrichtsgestaltung kam.

Damit sind wir heute aufgefordert, aus der Anthroposophie heraus ein neues Verständnis für die Bedürfnisse der Kinder zu erarbeiten, denn die Verhältnisse sind andere geworden und damit auch die uns anvertrauten Kinder.

So ist eine zeitgemäße Pädagogik im Sinne Rudolf Steiners kein festes Programm, sondern eine Bereitschaft zum stetigen Wandel, damit das, was als Kostbares uns gegeben ist, sich lebendig, frei und individuell entfalten kann – in der „Ehrfurcht vor der kindlichen Individualität“.

Rudolf Steiner erkannte, dass das beste Mittel für Erziehung und Bildung die Kunst ist als durchgängiges, strömendes Prinzip in allem Erziehen und Unterrichten, durchdrungen von der Liebe zur Welt, in die die Kinder hineinwachsen sollen. Dazu gehört auch, alles Störende, was die Entwicklung hemmt, abzuwenden oder zu beseitigen.